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Karpaltunnelsyndrom (KTS)

Karpaltunnel Der Karpaltunnel, der sich im Bereich des Handgelenks befindet, ist ein enger Durchgang, welcher durch die Karpalknochen und eine quer dazu laufende Karpal-Sehne (lat. flexor retinaculum) gebildet wird. Sowohl der Mediannerv, der die Sensorik und die Bewegung der Hand für den Daumen, den Zeige- und Mittelfinger sowie die Innenseite des Ringfingers steuert, als auch neun Beugesehnen, teilen sich diesen Durchgang.

Karpalknochen: Eine Hälfte des Karpaltunnels wird durch acht harte Handwurzelknochen (auch Karpalknochen oder lat. ossa carpi) auf der Handrückseite geformt, während die quer verlaufende Karpalsehne auf der Vorderseite des Handgelenks sozusagen das Dach des Tunnels bildet. Die Größe des Karpaltunnels entspricht in etwa dem Querschnitt des Zeigefingers. Wenn der Karpaltunnel genügend Platz gewährt, gleiten die Beugesehnen und der Mediannerv aneinander vorbei, ohne sich zu beeinträchtigen.

 

Karpaltunnelsyndrom

Illustration KTS 181111

Das Karpaltunnelsyndrom wird meist durch ungünstige Hand- und Handgelenksstellungen verursacht, die über längere Zeit vorliegen. Durch Entzündungen oder Hypertrophie (Größenzunahme) erweiterte Sehnen drücken dann auf den Mediannerv. Ebenso kann ein nicht mehr so flexibles verschlissenes Handgelenk den Karpaltunnelquerschnitt reduzieren. Dies führt zum Anschwellen des Gewebes rund um den Karpaltunnel und kann damit ebenfalls das Karpaltunnelsyndrom auslösen. Diese Beschwerden entwickeln sich schrittweise und beginnen meist mit Symptomen wie Taubheit und Kribbeln im Daumen, dem Zeige- und Mittelfinger und führen zu Kraftlosigkeit und teilweise starken Schmerzen in der Hand.

Schwangerschaft, Diabetes, Fettleibigkeit, Schilddrüsenunterfunktion und Arthritis (Gelenkentzündungen) sind bekannte Risikofaktoren für das Karpaltunnelsyndrom. Es tritt ebenfalls als Folge von Handgelenkverletzungen, wie z. B. Knochenbrüchen auf.

 

Auftretende Symptome:

  • Kribbeln / Ameisenlaufen / Paraesthesia (Sensibilitätsstörung): Das Karpaltunnelsyndrom kann ein Gefühl von Kribbeln bis hin zum Brennen in einem Teil oder auch dem gesamten rot dargestellten Bereich auslösen. Dies ist dem Gefühl des Hand-Einschlafens sehr ähnlich. Dieses erste Anzeichen eines Karpaltunnelsyndroms tritt in der Regel am Zeige- und Mittelfinger und meist in der Nacht bzw. beim ersten Aufwachen in den Morgenstunden auf. Während des Tages treten Symptome beim Halten von Gegenständen, wie Telefon oder Büchern auf. Ebenfalls häufig sind Kribbeln oder Schmerzen während des Fahrrad- und Autofahrens oder beim Schreiben am Computer. Durch Schütteln der Hand und Bewegen der Finger werden die Symptome in der Regel gelindert.

DE Illustration Bereiche Symptome 181106

  • Schmerz in den gleichen Fingern entwickelt sich meist als nächstes. Der Schmerz kann den Unterarm hochwandern und sich sogar bis in die Schulter erstrecken.
  • Gefühllosigkeit in den Fingern oder in Teilen der Hand ist die nächste Stufe einer fortschreitenden Verschlimmerung. Ein Gefühl von angeschwollenen Fingern kann auftreten, obwohl keine Schwellung vorliegt. Ebenso kann es Schwierigkeiten geben, zwischen heiß und kalt zu unterscheiden. Bei weiterem Fortschritt dieser Funktionsstörung kann das Taubheitsgefühl permanent bleiben.
  • Trockenheit der Haut kann sich in den gleichen Fingern einstellen.
  • Schwäche von einigen Fingermuskeln und / oder des Daumens tritt in schwereren Fällen auf. Dies kann dazu führen, dass Gegenstände nicht mehr sicher gegriffen und festgehalten werden können und aus der Hand fallen. Es kann sogar zu Muskelschwund im Daumenballen führen.
  • Zusätzliche Nebenerscheinungen des Karpaltunnelsyndroms können auch übergreifende Schmerzen, Schwellungen und verminderte Koordinationsfähigkeit der Finger sein, speziell wenn feinmotorische Tätigkeiten, wie z. B. das Greifen kleiner Gegenstände gefordert sind.